Aus Fehlern lernen – Reparatur von Elektrobauteilen

Beim industriellen Reparaturservice geht es nicht nur um die Abwicklung von beschädigten Geräten. Vielmehr bietet die analytische Betrachtung jeder einzelnen Beanstandung in Verbindung mit einer Onlineauswertung wertvolle Hinweise für die Produktverbesserung. Ein aufwendiges Verfahren, dass sich aber lohnt, um ein Produkt nachhaltig zu optimieren.

Natürlich werden beim industriellen Reparaturservice defekte Geräte wieder instand gesetzt. Gerade wenn ein externer Dienstleister ein Gerät produziert hat, verfügt er auch über das entsprechende Know-how. Bei diesem Reparaturservice spielt die reine Reparatur aber nur noch eine untergeordnete Rolle. Durch die optimale Abwicklung mit zusätzlicher Fehleranalyse können aus den Fehlern noch wertvolle Hinweise abgeleitet werden. Dieses Wissen steht dann auch effizient für Neuentwicklungen zur Verfügung.

Die Firma Dommel entwickelt zum Beispiel für ein renommiertes Elektronikunternehmen Prüfsysteme für die Automobilbranche. Defekte Prüfsysteme gehen direkt zu Dommel wo mögliche Fehlerquellen gesucht und unmittelbar repariert werden. In einer Datenbank werden Reparaturprotokolle angelegt und die Fehlerbeschreibungen können jederzeit online abgerufen werden. Zusätzlich gibt es bei mechanischen Fehlern auch entsprechende Bilder. Das besondere ist aber, dass aus diesen Onlineprotokollen Fehlerstatistiken abgeleitet werden können. „Bei statistischen Auffälligkeiten liefern wir so wertvolle Informationen, mit denen man das Produkt verbessern kann“, so Frank Dommel, Geschäftsführer der Dommel GmbH.

Der Elektronikdienstleister nimmt mit dieser Onlineauswertung dem Kunden viel Arbeit ab und die Verbesserungen aus der Statistik fließen nicht selten in die Serienproduktion mit ein. So hat sich z.B. in einem Fall gezeigt, dass ein häufig auftretender Fehler am Prüfsystem allein auf eine falsche Handhabung zurückzuführen war. Techniker benutzten das Gerät nicht richtig, so dass das Kabel überdurchschnittlich stark an einer bestimmten Stelle beansprucht wurde und häufig brach. Durch die Statistikauswertung kamen die Konstrukteure auf die Schwachstelle. Ohne große Neukonstruktion, sondern mit einer gezielten Schulung der Anwender, konnte der Fehler behoben werden. Seitdem trat er nicht mehr auf.

Mit der statistischen Auswertung kommt man sogar dem unsachgemäßen Umgang mit Geräten auf die Spur. Das ist besonders interessant, wenn es um Gewährleistungen geht, denn der Hersteller muss nachweisen, dass der Fehler durch einen fehlerhaften Umgang zustande kam. Die statistische Auswertung der Reparaturen und die Feststellung von Fehlermustern sind nicht ganz einfach. Doch mit den aufbereiteten Zahlen kann man nicht nur fahrlässige Beschädigungen entdecken, sondern vor allem auch die Serienproduktion nachhaltig verbessern. Denn gerade wenn Fehlermuster in bestimmten Kombinationen auftauchen, geben die Rückschlüsse daraus entscheidende Hinweise für die Konstruktion. „Diese Daten können sich unsere Kunden jederzeit abrufen“, erklärt Frank Dommel. „Die Protokolle mit allen wichtigen Informationen sind online verfügbar.“ So kann zu jeder Zeit die Konstruktion die aktuell bekannten Beanstandungen auswerten und in die eigene Arbeit einfließen lassen. Mit diesem Mehrwert zum üblichen Reparaturservice verbessert sich langfristig die Qualität der Produkte, da die Fehler wertvolle Erfahrungen aus der Praxis sind und in Neu- oder Weiterentwicklungen mit einfließen können.

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